Hitler und der Sigi Kohn
Ich möchte, dass Sie Max Hansen kennenlernen! Schon in den 20er Jahren hatte er sich über Adolf Hitler lustig gemacht. Wie, das hören Sie gleich!

Max Hansen, eigentl. Max Haller, (* 22. Dezember 1897 in Mannheim; † 13. November 1961 in Kopenhagen) war ein in Deutschland aufgewachsener deutschsprachiger Kabarettist, Filmschauspieler und Sänger dänischer Staatsangehörigkeit. Er war im Berlin der Weimarer Republik ein großer Musik- und Schauspielstar.
Auf Adolf Hitler und die Nazi-Bewegung dichtet Hansen scharfzüngige Spott-Chansons. In seinem leicht frivolen Gassenhauer „War´n Sie schon mal in mich verliebt?“ unterstellt er Hitler homosexuelle Neigungen. Bei der Premiere seines Film “Das häßliche Mädchen” am 8. September 1933 (Drehbuch: Hermann Kosterlitz und Felix Joachimson, beides Juden) inszenieren die Nazis einen Eklat: Hansen, der jüdische Vorfahren hat, wird bepöbelt und mit Tomaten beworfen. Hansen erkennt die Gefahr, die ihm als unliebsamem Künstler droht, und wandert aus Hitlers Deutschem Reich aus. (Quelle: Wikipedia)
So, das war’s mal kurz umrissen. Aber jetzt mal zuhören!
War’n Sie schon mal in mich verliebt?
(1928)
Wenn man frech ist, schimpfen d’ Leut’
über diese Dreistigkeit.
Auch wenn man bescheiden ist,
man nicht zu beneiden ist.
Ich sag’ alles grad heraus,
da mach’ ich mir gar nichts draus.
Wenn ich eine schöne Frau seh,
rutscht mir’s raus:
“War’n Sie schon mal in mich verliebt?
Das ist das Schönste, was es gibt.
Hab’n Sie noch nie von mir geträumt?
Da hab’n Sie wirklich was versäumt!
Ich bin nicht groß, ich bin nicht klein,
Ich pass’ grad’ so in alles rein.
Ich bin nicht g’scheit, ich bin nicht dumm,
das spricht sich jetzt schon langsam rum.
Bei mir hab’n Sie nichts zu riskier’n.
Wie wär’s denn, woll’n Sie’s nicht einmal mit mir probier’n?.
Meine Freundin ist ‘ne Frau,
doch sie nimmt’s nicht so genau.
Geht ihr Mann, dann darf ich rein,
denn für drei ist’s doch zu klein.
Einmal, ich vergess’ es nie,
stand der Mann vorm Bett und schrie:
“Na, da komm ich ja grad recht!”
Ich rief: “Zu früh!
War’n Sie schon mal in mich verliebt?
Das ist das Schönste, was es gibt.
Betrachten’s mich genau, und dann
schau’n Sie sich selbst im Spiegel an.
Dann, lieber Freund, werd’n Sie verstehn,
was hier geschah, das musst’ gescheh’n!
Drum sind Sie brav und nicht nervös
und Ihrer Gattin ja nicht bös.
Damit werd’n Sie nichts profitier’n,
und wenn Sie klug sind, geh’n Sie jetzt ‘ne Stund’ spazieren”.
Hitler und der Sigi Kohn
kennen sich seit Jahren schon.
Eines Tages ging’nse aus
miteinand ins Hofbräuhaus.
Doch schon bei der fünften Mass
werden Hitlers Augen nass,
er umarmt den Sigi Kohn
und stottert blass:
“Warst du schon mal in mich verliebt?
Das ist das Schönste was es gibt!
Hast du noch nie von mir geträumt?
Da hast du wirklich nichts versäumt.
Ich bin nicht groß, ich bin ganz klein,
ich pass grad’ so nach München rein.
Ich bin nicht dumm, ich bin nicht g’scheit,
am größten Dreck hab’ i mei Freud.
Die Freundschaft kannst du ruhig riskier’n,
denn, unter uns g’sagt, ich hab nichts mehr zum verlier’n!”
Ich bin nicht groß, ich bin nicht klein,
ich pass grad’ so in alles rein.
Ich bin nicht g’scheit, ich bin nicht dumm,
das spricht sich jetzt schon langsam rum.
Bei mir hab’n Sie nichts zu riskier’n.
Wie wär’s denn, woll’n Sie’s nicht einmal mit mir probier’n?”

was los? ist der sex-stoff ausgegangen, dass’d jetzt schon politisch wirst?
[Antwort]
Es gibt Zeiten, da ist man eben mehr politisch aufgelegt.
[Antwort]